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Noch zwei Tage! Sonntag mache ich mich mit meinem Vater auf nach Dänemark. Doch es ist nicht irgendein Urlaub. Es ist ein kleiner Traum, den ich mir erfülle. Wir umrunden Jütland in sieben Tagen mit dem Motorrad. Knapp 950 Kilometer liegen vor uns, Kurven, Geraden, Brücken, Meer. An der Nordsee geht es rauf bis Skagen, von dort aus führt uns die Tour an der Ostsee über Mariager und Fredericia wieder zurück.

Der Weg dorthin war allerdings ein schwieriger. Erst waren wir zu dritt, dann zu viert. Dann sprang der erste von der Reise ab, schließlich auch ein zweiter. Auch zwei sehr gute Freunde, die spontan mit dem Auto mitfahren wollten, sagten in letzter Minute ab. So sank mein Interesse, die Sache überhaupt noch durchzuziehen. Doch am Ende habe ich mir nicht sagen lassen wollen, klein bei gegeben zu haben.

Jetzt steht der Ausflug, das Wetter soll auch mitspielen. Und selbst wenn: Was naß wird, kann auch wieder trocknen. Wir sind schließlich nicht aus Zucker! Wenn ich es schaffe (Internet und so), werde ich Euch auf dem Laufenden halten, mit Bildern nerven und sonstigem. Gepäck an den Bock, auftanken und raus aus Deutschland!

Ach so, wen es interessiert: Das ist die exakte Strecke:

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Selten hat mich ein Wochenende so im Griff wie das jetzige. Obwohl gerade erst die Halbzeit überschritten ist, ist es eins der Einprägsamsten in diesem Jahr. So viele Dinge sind geschehen, so viele Dinge sind mir passiert, si viele Dinge haben mich beschäftigt:

Das Motorrad: Widerstrebend habe ich meine BMW wieder in ihr Winterquartier gebracht. Die letzte Tour war erfüllt von Windböen, Nieselregen, Laub und Kälte –  nichts, was man sich vorranging für die Fahrt mit dem Mopped wünscht. Schweren Herzens habe ich Freitag den Schlüssel dem vertrauensvollen Schrauber übergeben. Er wird sich gut um mein Motorrad kümmern, im März spätestens hat es mich wieder. Auch wenn ich heute Morgen sofort bereut habe, mein Zweirad jetzt schon abgegeben zu haben. Eine Woche wäre doch bestimmt noch gegangen! Aber dann sprach die Vernunft zu mir: Lieber jetzt, als sich bei Schnee, Eis und Matsch auf die Fresse zu packen.
Meine Erkenntnis: Manchmal sollte ich doch lieber auf meinen Verstand hören und der nächste Frühling kommt bestimmt – auf irgendwas muß ich mich schließlich freuen.

Das Handy: Freitag kam mein Galaxy endlich aus der Reparatur zurück – zwei Wochen mußte ich darauf verzichten. In der Zwischenzeit war ich für sieben Tage in Dänemark und habe mich mit meinem uralten SonyEricsson K700i („Baujahr“ 2004) rumgeschlagen. Außerdem hatte ich danach noch eine Woche Urlaub. Bis zu diesem Moment war ich der felsenfesten Überzeugung, auf mein Smartphone jederzeit verzichten zu können. Doch kaum rief mein freundlicher Handy-Tüftler an, habe ich mich binnen 30 Minuten auf den Weg gemacht, um mein Samsung abzuholen. Es kribbelte doch wieder in den Fingern. Kaum war der Akku zurück in der Maschine, ging das Daddeln wieder los – Twittern hier, Facebooken da, Foursquaren dort. Die Endorphine sprudelten nur so durch mich durch.
Meine Erkenntnis: Ich bin süchtig nach dem mobilen Internet! Aber es fühlt sich gut an!

Die Dänemark-Woche: Vom 30. Oktober bis 6. November war ich in Vester Husby an der dänischen Nordseeküste, etwas nördlich des Ringkøbing Fjords. Nach Jahren der Jylland-Abstinenz (vergangenen Mai habe ich es immerhin nach Kopenhagen geschafft), war ich endlich wieder auf dem dänischen Festland. Ich kann mir gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal dort gewesen bin. Und es fühlte sich wieder genau so an wie es einst war und immer noch ist: wie Heimat. Ich konnte wieder in die dänische Sprache eintauchen, das Land und die Leute genießen. Es ist eine ganz andere Welt im Vergleich zu der deutschen – ruhiger, entspannter, lebenswerter. Und daß ich nach wenigen Tagen allmählich in meine fast zweite Muttersprache zurückfand, hat mich natürlich zusätzlich strahlen lassen.
Meine Erkenntnis: Egal, was ich mache, Dänemark – und im Speziellen Jylland – wird immer mein Zuhause bleiben. Nirgendwo habe ich mich wohler gefühlt. Jederzeit würde ich wieder zurückziehen. So viele Kindheitserinnerungen haften an dem Land. Vielleicht klappt es ja eines Tages.

Die Freundschaft: Dieses Wochenende wollte ich mich mit einem dicken Kumpel und seiner Freundin treffen. Wieso eigentlich „und seiner Freundin“? Sie ist inzwischen auch meine Freundin – die beiden gehen nur als Kombination durch. Angepeilt war ein gemütlicher Abend mit Quatschen, Tratschen und Dummzeugs machen. Lange Rede, kurzer Sinn: Den zweien kam wider Erwarten etwas dazwischen. Sie haben sich auch bei mir gemeldet und abgesagt. Alles nicht sonderlich besonders. Aber: Beide hatten ein tierisch schlechtes Gewissen, mich versetzt zu haben. Bestimmt vier SMS hat mir mein Kumpel geschickt (von „das mach ich wieder gut“ bis „sei nicht sauer“ war alles dabei). Auch sie hat sich zweimal bei mir entschuldigt. Am Ende hatte ich fast das Gefühl, die beiden hat das härter getroffen als mich.
Meine Erkenntnis: Zwar wußte ich es schon vorher, aber nun bin ich mir definitiv sicher: Die beiden sind wahre Freunde! Und ich bin wirklich froh, sie zu kennen! Das mußte mal gesagt werden! Auch mit so vielen Ausrufezeichen!

Ringkøbing

Eigentlich müßte ich glücklich mit meiner Situation sein: Mein Smartphone ist exakt zwei Tage vor Urlaubsbeginn zur Reparatur gegangen – der Vibrationsmotor hat sich nach gerade einmal drei Monaten verabschiedet. Also, Abschied nehmen vom hektischen Berufsalltag, nur eingeschränkt erreichbar sein und alle journalistischen Kontakte nicht auf dem Ersatzhandy gespeichert.

So weit das Wunschdenken, die Realität sieht wieder einmal anders aus. Ich bin total isoliert von der Außenwelt! Zwar hat unser Ferienhaus hier in Dänemark kostenloses Wlan, aber das nützt mir nur bedingt was. Ich kann Mails checken, bei Facebook rumdaddeln und über Twitter Wasserstandsmeldungen abgeben. Doch dafür muß ständig der Laptop hochgefahren werden zwischen Frühstück, Baden, Spielen, Ausflügen, Abendessen, geselligem Abend. Das ist so zeitraubend! Wieso kann ich nicht einfach mein Galaxy schnappen und von der Couch twittern? Mehr brauche ich gar nicht für mein Glück!

Einen Vorteil hat es allerdings: Ich muß mir keine Sorgen machen, mit einer 500 000-Euro-Roaming-Rechnung nach Hause zu kommen, weil ich vergessen habe, die Datenverbindung abzuschalten. Dafür ist das alte, grobmotorische K700i genau richtig. Und noch etwas habe ich herausgefunden: Im Laufe der Jahre hat die Akku-Industrie einen Schritt zurück gemacht. Das SonyEricsson läuft seit Donnerstag, die Batterie ist nicht mal halb leer. Mein Samsung macht’s im Schongang gerade mal 30 Stunden.

Ich will’s trotzdem wiederhaben! JETZT! :‘-(

Geschafft: Nach fünf gefühlt endlosen Stunden auf deutschen und dänischen Straßen sind wir gegen 15 Uhr endlich in Husby an der Nordseeküste angekommen. Vor uns sechs Urlaubsreifen stand ein schönes, reetgedecktes Haus mit riesigem Wohnzimmer, quirrligem Whirlpool und wohltemperiertem Schwimmbecken. Der Urlaub kann also beginnen.

Doch für mich ist es auch wie eine kleine Rückkehr in die Heimat. Dänemark, immerhin drei Jahre lang mein Zuhause, wird auf ewig mein Mutterland im Herzen sein. Dieses Gefühl hat mich gleich nach der „Grenzüberschreitung“ gepackt. Da war es wieder, dieses „Ich bin endlich daheim“. Es läßt sich schwer beschreiben, es ist eine Lebenseinstellung. Zwar gebe ich zu, die hektische Art von Berlin zu lieben und zu vermissen. Aber Jylland ist und bleibt mein liebstes Zuhause.

Das fängt bei ganz einfachen Dingen an: Die Dänen haben die Ruhe weg. Was macht es schon, ob ich eine Minute früher oder zwei Minuten später daheim ankomme? Die hübschen Häuser – Dänen haben irgendwie einen Sinn für schöne Bauten. Oder erst die entspannten Leute, die einem auf der Straße begegnen. Und, nicht zu vergessen, die köstlichen Lebensmittel, die es leider nie in das geschmacklich abgestumpfte Deutschland schaffen werden: wie zum Beispiel Reje Ost und Galle & Jessen Pålægschokolade. Außerdem liebe ich die Sprache: Goddag, Farvel, Rundstykker, Vi spiser nu, Du snakker tysk. Herrlich! Eigentlich weiß ich schon jetzt: Ich will hier nie wieder weg, wie schon damals 1992.

Morgen soll’s an die Nordsee gehen, zum Wandern. Meine Kamera wird mit dabei sein, um Euch schöne Fotos zu liefern. Ihr dürft gespannt sein!

Farvel!

Das hat zum Abschluß natürlich noch einmal sein müssen: Am letzten Tag vor meinem zweiwöchigen Urlaub habe ich mal eben noch eine Zwölf-Stunden-Schicht eingeschoben. Aber so ist das Leben, wenn man noch fünf Texte zu schreiben und zwei Termine zu absolvieren hat.

Beschweren will ich mich freilig nicht. Dafür werde ich ab morgen mehr als ausreichend entschädigt. Für eine Woche verschlägt es mich in das vermutlich schönste Land der Welt: Dänemark. Dieses Mal geht es nicht in die Hauptstadt wie voriges Jahr, sondern an die Nordseeküste etwas oberhalb von Ringkøbing.

Vielleicht schaffe ich es, aus dem Urlaub zu bloggen. Die Kamera ist jedenfalls eingepackt, sodaß ich schmucke Fotos posten könnte.

Bis dahin: Jeg siger farvel!

Rechts stehen, links gehenBuckingham Palace, Westminster Abbey, Big Ben, Tower Bridge und Piccadilly Circus – es gibt sicher unzählige Dinge, die man als Tourist in London gesehen haben muß. Man gilt erst dann als versierter Gast, wenn man blind in die Portobello Road findet oder die 311 Stufen bis zur Aussichtsplattform des Monuments erklommen hat. Ganz zu schweigen vom obligatorischen „Mind the Gap“-Kaffeebecher oder einem Besuch bei Madame Tussaud’s.

Alles schön und gut, aber es bedarf so viel mehr, um ein echter Londoner zu sein. Das wurde mir erst wieder bewußt, als ich diese Woche erneut für drei Tage in der weltbesten Stadt der Welt wohnen konnte. Fehlerfrei und problemlos bewegt man sich in der Sieben-Millionen-Metropole erst, wenn man beispielsweise automatisch rechts auf der Rolltreppe der U-Bahn steht: „Stand right, go left“ steht überall. Keine Staus, kein Geschubse, kein Gemaule. Und alle halten sich dran.

Andere Touristenfalle: die Treppenbenutzung. Natürlich nimmt der echte Londoner nicht die rechte Hälfte der Stufen, sondern die linke – ganz wie im Straßenverkehr. Apropos Straßenverkehr, Fußgängerampeln sind auch nur für die grobe Hilfe da. Vielmehr vertraut der Großstädter auf seinen gesunden Menschenverstand und geht dann, wenn der Weg frei ist – egal, ob Rot oder Grün. So mache ich das als Berliner zwar auch immer noch in Lübeck, dafür ernte ich aber regelmäßig böse Blicke (vorrangig von den älteren Generationen).

Der Regenschirm ist ebenfalls so eine Sache des waschechten Londoners. Daß man den immer dabei haben sollte, wissen auch Touristen, der korrekte Umgang damit ist aber wieder etwas anderes. Auf rappelvollen Straßen wie der Regent oder Oxford Street beweist der echte Hauptstädter, daß er gekonnt durch Kippen, Neigen und Hochheben den anderen Schirmen ausweichen kann, ohne selbst dadurch einen Regentropfen mehr zu kassieren. Das ist London!

Lübeck, oder in dem Fall vermutlich ganz Deutschland, glänzt im Gegensatz dazu durch beschämendes stures Umsetzen von Regeln. Nach der Landung auf dem Flughafen in Blankensee war eine Airport-Mitarbeiterin nicht damit zufrieden, daß sich die Massen gesittet und selbständig in eine Warteschlange vor der Paßkontrolle einreihten. Gemäß deutscher Gründlichkeit mußten sich alle Fluggäste nachträglich in die vorher genauestens ausgerichteten Warteschlangen-Gassen (wie vor Achterbahnen im Freizeitpark) einordnen. Man sollte die Flughafenfrau das mal vor den Kontrollautomaten an der Londoner Underground-Station Charing Cross probieren lassen.

Ich will wieder zurück!

London oder Edinburgh? Alicante oder Stockholm? Madrid oder Mailand – egal, Hauptsache Italien… Im August habe ich seit einer halben Ewigkeit mal wieder etwas Urlaub in Aussicht. Der letzte war Anfang März, voll drei Tage. Für ganze sieben Tage bin ich jetzt von der Arbeit befreit, Wochenende mitgerechnet.  Danach geht’s für einen Monat nach Hamburg an die Akademie für Publizistik.

Und jetzt sitze ich hier auf der Terrasse und sehe den vielen Fliegern zu, die den Flughafen Hannover ansteuern. Da kriegt man schon Fernweh… Hunderte von Menschen, die aus wunderschönen Regionen kommen oder gerade dorthin aufbrechen. Ich will auch – zumindest für diese mikrige Augustwoche raus aus dem allgemeinen Trott.

Aber wohin? Alicante? Geht nur Dienstag bis Freitag, ist mir für einen reinen Nichtstun-Urlaub zu kurz. London? Da geht der Rückflug immer nur um 6.30 Uhr morgens, irgendwie nicht so urlaubstauglich. Nur Sonntag geht der Flieger abends. Da muß ich aber schon in Hamburg sein… Was für eine Zwickmühle!

Am Ende kommt es wohl wie immer: Ich bleibe in Lübeck und träume mich an andere Orte, indem ich in eine Cocktailbar gehe 🙂 Oder ich gehe an einen geheimen Ort, an dem mich keiner findet: Bielefeld.