You are currently browsing the category archive for the ‘Sport’ category.

Die Zeit an der Akademie für Publizistik ist vorbei, wir alle blicken auf vier spannende Wochen voller neuer Eindrücke zurück. Als ultimatives Finale haben wir uns in fünf Gruppen dem Thema „Was feiern die denn da?“ in einem multimedialen Projekt gewidmet. Mein Team hat sich dem Stadtderby FC St. Pauli gegen den HSV angenommen. Es war das erste Aufeinandertreffen am Millerntor in einem Punktspiel seit 1962. Die Zeit vor dem Anpfiff haben wir in einer crossmedialen Reportage verbraten, die wir mit dem wunderbaren Tool Vuvox erstellt haben. Da es dem gesamten Kurs so erging, kann ich Euch versprechen: Beim Anschauen werdet Ihr die Faszination des Derbys ganz genau erleben und mit Sicherheit an manchen Stellen Gänsehaut bekommen. Klickt hier und es geht los! Über Feedback freue ich mich natürlich auch!

Advertisements

Motorsport kann mich im Grunde nicht allzu lange vor dem Fernseher fesseln. Bei der Formel 1 gebe ich mich ganz sensationslüstig und gucke mir bloß die Startphase an: Da fliegen bekanntlich die meisten Reifen, Carbonteile und Heckspoiler. Aber danach wird wieder weggezappt. Einzig die DTM weiß mich vor der Mattscheibe zu halten. Das liegt aber wohl einfach nur daran, daß die Rennboliden wenigstens noch aussehen wie Autos und ich mir ständig aus innerer Überzeugung heraus die Daumen für die Audi-Renner blutig drücke.

Heute war es dann mal wieder so weit. Im spanischen Valencia ging der zweite Lauf des Jahres an den Start. Erfreulicherweise landeten auf den ersten beiden Plätzen zwei Ingolstädter, insgesamt sogar fünf unter den besten acht. Das stört mich auch alles nicht, wären da nur nicht diese kleinen Rennfuzzis, die sich mit ihrer tollen Motorsport-Fachsprache von der Allgemeinheit absetzen wollen – und dabei eigentlich nur lächerlich wirken.

Der ARD-Experte spricht von einer „schnellen Pace“, wenn er von einer schnellen Rundenzeit spricht. Außerdem erreichen die Autos seit neuestem keine Höchstgeschwindigkeit mehr, wie es noch im Fahrzeugschein altmodisch heißt. Rennwagen von heute erzielen eher eine „hohe Topspeed“. Und damit die flinken Feger nicht in der ersten Haarnadelkurve von der Piste fliegen, ist es entscheidend, daß die Reifen einen „hervorragenden Grip“ (Haftung) haben. Wenn der Rennfahrer mit den Renningenieuren über Funk kommuniziert, heißt das inzwischen sogar „Teamradio“.  Den Vogel abgeschossen hat aber der Mercedes-Teamchef am heutigen Pfingstsonntag: Nach einem umstrittenen Überholmanöver eines Audis gegen einen Sternenträger wollte er den Tathergang unbedingt noch einmal sehen: „Ich bilde mir erst eine Meinung, nachdem ich das Replay gesehen habe.“ Hätten die Rennkommissare auf unsportliches Verhalten entschieden, hätte den Audi-Fahrer eine „Drive-Through-Penalty“ erwartet. Hoffentlich ist das nicht ansteckend!

Bin ich zu pingelig? Oder ist es zu viel verlangt, deutsche Wörter zu benutzen, wenn wir schon die passenden haben? Ich schalte schließlich auch nicht den Screen an, sondern den Monitor. Aber vielleicht sollte ich mich an die neue Zeit besser gewöhnen, das Rad läßt sich bekanntlich nicht zurückdrehen. Am besten fange ich gleich mit dem Üben an. Oh, Moment! Ich kriege gerade einen Call auf meinem Phone. Bitte stayed tuned!

Mann, was bin ich erledigt! Heute fand das jährliche Fahrsicherheitstraining unserer Johanniter-Motorradstaffel statt. Achim und Marius vom Motorcycle Safety Team (MST) haben uns heute wirklich getriezt – aber es war natürlich für den guten Zweck und ein möglichst sicheres Moppedfahrerleben auf deutschen Straßen!

Eigentlich ist 8 Uhr ja gar nicht meine Zeit. Genau deswegen bin ich Journalist geworden 😉 In Mölln habe ich einen angenehmen Dienstbeginn von 11.30 Uhr. Aber heute, auch noch auf einem Sonnabend, mußte ich mich um 7 Uhr von meinem Wecker wachrütteln lassen. Bis dahin wußte ich nicht einmal, daß es so eine Uhrzeit überhaupt gibt! Ab 8 Uhr stand in der JUH-Dienststelle Jahresbilanz, Einweisung ins AED und Referate der Autobahnpolizei sowie der ADAC Stauberater auf dem Plan. Zu meiner Überraschung blieb ich wach – kein einziges Mal mußte ich gähnen. Vielleicht lag’s aber auch an den vier Kaffee, die ich innerhalb von anderthalb Stunden runtergestürzt habe…

Bis zur braunen Linie ist der Pneu schon eingeweiht - den Rest schaffe ich auch noch!

Um 13 Uhr hieß es jedenfalls für vier Stunden „Ran an die Moppeds“. Auch wenn es bereits mein drittes Sicherheitstraining war, der Lerneffekt ist immer noch enorm – zumal ich es dieses Mal zum ersten Mal auch auf meinem eigenen Hobel absolvierte. Lenkimpulse geben stand auf dem Plan, ebenso wie die Vollbremsung aus 50 und 70 Stundenkilometern – spätestens seit heute will ich mein Motorrad-ABS nicht mehr missen! Herrlich und mit die beste Erfindung der Menschheit! Außerdem haben wir nur mit der Hinterradbremse gestoppt und ein, zwei Sekunden im Stillstand das Gleichgewicht gehalten. Auch war ein enger Slalom-Parcour angesagt, der nur mit Minimalgas (10 bis 20 Km/h) zu durchfahren war. Aber, neben der Vollbremsung, war das Kreisfahren am schönsten: Mopped in Schräglage bringen und einen engen Kurvenradius fahren. Dabei habe ich meinen Reifen auch endlich fast bis zum letzten Zentimeter „eingeweiht“ (s. Foto). Knapp 20 Millimeter fehlen noch, aber die schaffe ich auch noch!

Doch nun zolle ich dem Tag Tribut: Ich bin tierisch müde, eine Dusche war nach dem Training unumgänglich und ein klein wenig merke ich die Anstrengungen auch in den Oberarmen. Obwohl der Bock vermeintlich nur rollt, die richtigen Kommandos gehen dann doch an die psychische und physische Substanz.

Dafür weiß ich aber jetzt, was ich mit meinem Mopped alles anstellen kann, wie ich in Gefahrensituationen reagieren muß und daß „Effi“ und ich ein peerfektes Gespann sind. Wir harmonieren ohne Probleme, es brauchte keine Eingewöhnungszeit – so soll das. Insofern kann ich nur jedem Motorradfahrer ein solches Training empfehlen, um ein Gespür für die eigene Maschine zu kriegen. Im entscheidenden Moment kann es Leben retten!

Und für die Zwischenzeit gilt: Immer eine Hand breit Asphalt unter’m Reifen und die linke Hand zum Gruß!
Motorradfahren macht einfach nur Spaß!

Das muß ich jetzt ganz kurz loswerden: Was für ein Spiel! Werder gewinnt 4:2 in Wolfsburg, nachdem die Mannschaft noch zur Pause 1:2 hinten lag. Aber das Beste: Wir stehen jetzt endlich auf Tabellenplatz drei. Das heißt Champions-League-Qualifikation. Mühsam ernährt sich das grün-weiße Werderhörnchen. Runterstoßen können uns nur noch die Dortmunder, die werden aber morgen gegen Hoffenheim untergehen.

Hier am Newsdesk freuen wir drei Werder-Fans uns jedenfalls unbändig beim Blick auf die Tabelle. Und damit Ihr das auch alle könnt, habe ich Euch einen Screenshot gemacht:

Heute spielt Werder gegen den FC Augsburg im Halbfinale des DFB-Pokals – mein Pflichttermin im TV. Hoffentlich reicht’s zum Weiterkommen nach 90 Minuten. Bitte mit weniger Herzrasen als noch gegen Valencia oder Bochum, Freunde!

Und da das runde Leder immer vereint, habe ich auch heute wieder mit mindestens einem Menschen über das anstehende Gekicke gesprochen. Den denkwürdigen Dialog zwischen uns gibt es hier zum nachlesen – im LN-Blog: Hauptsache nicht Bayern.

Normalerweise plage ich mich nicht Spielkritiken rum, wenn’s um Werder geht. Dieses Mal allerdings muß ich auch mal meinen Senf dazu geben. Das ging ja gar nicht!

Den holländischen niederländischen Fußball habe ich noch nie besonders gemocht. Man denke nur an die Spuckattacke gegen Rudi Völler und allein diese orangenen Trikots, die aussehen wie Warnwesten. Oder der Rumpelfußballer Mark van Bommel, der Grätschenkönig. Außer Pöbeln und anderen die Beine wegtreten kann der nichts – so könnte auch ich Profikicker sein.

Nun denn, meinen Hut muß ich heute allerdings dann doch mal vor einem Flachland-Team ziehen: FC Twente Enschede. Habe ich die Mannschaft anfangs dafür verteufelt, daß sie nur hinten drin steht und Werder kommen läßt, hat sie letztlich ihre Sache konsequent und effizient durchgezogen. Dennoch: Eine Pflichtangriffszeit wie beim Handball sollte es bei solchen Mauermannschaften auch beim Fußball geben. Das ist aber eine andere Geschichte.
Twente hat tapfer verteidigt, hat die Zweikämpfe angenommen und war nie müde, auch dem letzten Ball am Bremer Fuß hinterher zu rennen.

Und Werder? Wie üblich hat sich die Mannschaft selbst ausgespielt! Vier, fünf zwingende Chancen hatten wir, die aber entweder am guten Twente-Keeper scheiterten oder zu lange „herausgespielt“ werden wollten. Da setzt meine Kritik an: Nehmt Euch ein Beispiel an Enschede, liebe Werderaner! Twente-Kicker Jansson schoß einfach mal aus der zweiten Reihe und zimmerte das Ding in den Kasten! Schickimicki-Kicker à la Özil, Hunt und Marin sollten im Moment eher auf der Bank sitzen. Der Ball muß nicht immer bis zur Grundlinie getragen und am besten ins gegnerische Tor gedribbelt – oder wie im Falle von Marin – ständig auf Elfmeter gespielt werden. Wieso nicht einfach den kleinen Elfer ins linke Mittelfeld packen, dafür Niemeyer draußen lassen (der allerdings auch heute wieder einmal ein starkes Spiel abgeliefert hat). Dafür darf unser Krawallschütze Almeida mal wieder an die Front. Pizarro reibt sich vorne den A**** auf, um die Kunstbälle seiner Edelfüße zu verwerten. Allein ist aber sogar er überfordert. Und es spricht schließlich Bände, wenn Werder ohne ihn auf dem Feld nicht mehr gewinnt.

So wird das nichts mit den hochgesteckten Träumen vom Wiedererreichen des Europa-League-Finales – ich sehe da bereits für den Sprung ins Achtelfinale schwarz… Und zu allem Überfluß kommt Sonntag auch noch Leverkusen an den Osterdeich. Erst dann werden wir sehen, ob Werder die Krise tatsächlich überwunden hat. Die bisherigen Gegner Hertha (ein mühsames 2:1) und Hannover (5:1 mit Testspielcharakter gegen einen Absteiger mit Enke-Symptom) sagen da überhaupt nichts aus.

Zum Glück habe ich geschworen: „Lebenslang grün-weiß“. Im Moment ist’s eine echte Härteprobe, weil der Kader sich selbst als europäische Spitzenmannschaft sieht…

Curling fasziniert mich. Mit welcher Hingabe die Männlein und Weiblein bei der Olympiade in Vancouver wieder die dicken Steinbrocken über das Eis schieben. Dann wird da geschrubbt, dort geschrien, da angebufft. Hat irgendwie alles etwas vom Saubermachen in der eigenen Wohnung. Da ecke ich auch regelmäßig an den Möbeln an.

Ohnehin finde ich, daß Curling ein wunderbares Vorbild für den Alltag sein kann: Beim Staubsaugen stelle ich seit dem Olympia-Auftakt auch immer einen Ball vor den Teleskoparm. Beim Saugen „schrubbe“ ich den sozusagen immer weiter gen Ziel: Im Schlafzimmer ist die Startzone, das Bad bildet das Ziel.

Auch beim Auto fahren bei den aktuellen Straßenverhältnissen mache ich mir die grauen Steine zum Vorbild. Gekonnt gebe ich an der Ampel Gas, danach rutsche ich meinen Wagen gekonnt vorwärts. Und sollte ein Guard (in dieser Form ein anderes Auto) mein House (die Parkbucht) versperren, schlidder ich vorher ein paar eigene Curlingsteine (natürlich andere Fahrzeuge ebenfalls in meiner Wagenfarbe) vorweg und kante ihn aus der Zone. Am Ende entscheide ich jedes End (Einparkmanöver) für mich. Solltet Ihr auch mal probieren!

Und noch ein Aspekt am Curling finde ich klasse und macht mir Mut für mein Älterwerden (ja, auch mit 26 denkt man da schon dran): Es ist wohl die einzige Sportart, für die man kein klassischer Sportler sein muß. Ich brauche keinen Adoniskörper, keine hautenge Spezialkleidung, kein Ausdauertraining, keine Millionen-Werbeverträge. Stattdessen kann ich hauptberuflich Steuererklärungen kontrollieren (in meinem Fall Zeitungsartikel schreiben) und im anmutigen Alter von Ü35 immer noch elegant über das Eis curlen. Was will ich mehr? Gut, eventuell noch die Millionen-Werbeverträge – aber darum kümmere ich mich nach meinem Olympiasieg!