You are currently browsing the category archive for the ‘Laut gedacht’ category.

Clever! Ich bin förmlich begeistert! So ein schlauer Schachzug muß einem erst einmal einfallen! Die meisten halten mit ihren Ideen zunächst hinter’m Berg, aber, Respekt, sowas zu fordern! Verdammt, daß mir das nicht vorher eingefallen ist! Worum es geht? Natürlich um die 28 neuen Blitzer für Lübeck, die unser Innensenator Bernd Möller (Grüne) fordert. Überall sehe und höre ich zwar schon wieder die Neider, die sagen: „Das ist Abzocke!“, „Der Autofahrer muß wieder als Melkkuh herhalten!“, „Dafür ist Geld da!“. Aber haben sich all die Nörgler schon einmal vor Augen geführt, daß Lübeck dadurch in allen Bereichen Pluspunkte sammeln wird? Das hat Potential!

Der Titel „Blitzer-Hauptstadt“ ist geradezu prädestiniert für offensives Marketing. Wir werden weit über die Stadtgrenzen berühmt werden, nicht nur im negativen Sinne. Mitte August wurde endlich offiziell, daß die Ortsschilder um „Universitätsstadt“ erweitert werden. Ich gehe noch einen Schritt weiter: Ich fordere, „Hanse-, Universitäts- und Blitzerstadt Lübeck“ überall an die gelben Hinweistafeln zu pappen. Bei der Gelegenheit kann das Lübeck-Travemünde Marketing gleich mit einsteigen in die globale Lübeck-Vermarktung. In den Werbebroschüren und im Internet wird „Wohlfühlhauptstadt“ einfach um „Blitzerhauptstadt“ ergänzt. Mit dem Slogan fängt man Touris!

Mir schweben bereits verschiedene Ideen vor, für die unterschiedlichsten Zielgruppen.

Beispiel 1: Paßfoto-Suchende, die demnächst Bewerbungsmappen schreiben oder Ausweise erneuern müssen. Künftig können sie an 33 Stationen (inklusive der bereits bestehenden Automaten im St.-Jürgen-Ring) Portraits von sich schießen lassen – für jeweils 15 Euro, inklusive kostenlosem Versand nach Hause. Die Kunden haben sogar die Qual der Wahl: Waren die Aufnahmen in der Moislinger Allee zu dunkel? Kein Problem, an der Brandenbaumer Landstraße sind die Häuser nicht so hoch, das Sonnenlicht fällt besser ins Auto.

Beispiel 2: Menschen ohne Alibi. Demnächst können sie ständig durch Lübecks Straßen fahren und sich überall fotografieren lassen. Dann sehen Polizei und Staatsanwaltschaft ziemlich alt aus, wenn jeder für jede Uhrzeit immer ein Blitzer-Alibi hat. „Wo waren Sie am Montag gegen 12.30 Uhr?“ – „In der Geniner Straße, hier das Foto aus dem Blitzer.“

Beispiel 3: Hotelbewertungen. Die werden ab sofort genauer. Mit den Sternen läßt sich schummeln, auch Kundeneinträge bei Qype sind meist äußerst subjektiv. Aber Lübecks Lärmskala wird das Rating-System im Übernachtungssektor revolutionieren. Immerhin sind die Blitzer genau für diesen Zweck da. „Der vermehrte Einsatz von ortsfesten Geschwindigkeitsmessanlagen ist eine effektive Maßnahme zur Senkung des Lärmpegels“, so Möller gegenüber den Lübecker Nachrichten. Ein Blitzer heißt künftig laut, fünf schön leise. Anders ausgedrückt: Marlistraße pfui, Travemünder Allee hui.

Ich bin mir sicher, die Touristen werden nur so in die Stadt strömen. Die bringen nicht nur Geld ins Stadtsäckel (rund 240 000 Euro pro Fotomast), sondern kurbeln auch die hiesige Wirtschaft an. Das wiederum steigert die Gewerbesteuer und fließt somit ebenfalls in den maroden Haushalt – eine klassische Win-win-Situation.

Aber das Beste daran: Lübeck hat endlich Geld, um die Schlaglochstraßen zu sanieren. Dann können die Autofahrer nämlich auch realistisch ohne Schäden am Wagen so schnell fahren, daß der Blitzer reagiert.

Das hat Potential!

Advertisements
Muß passieren: Trennung von Apple und Religion.

Muß passieren: Trennung von Apple und Religion.

Bis zum 17. Jahrhundert hat die Menschheit daran geglaubt, Gott sei für alles verantwortlich. Die Nationen hatten Staatsreligionen, alle anderen Glaubensrichtungen waren nichtig. Im Abendland hatte vorrangig das Christentum das Sagen. Doch dann kam die Aufklärung, jene wichtige Zeit, in der wir uns der Wissenschaft zuwanden, toleranter und ungläubiger wurden. Die Säkularisierung setzte in Europa ein – die Französische Revolution wollte sogar die gänzliche Abschaffung von Religion. Seitdem kämpfen wir de facto nicht mehr im Zeichen Gottes, machen ihn nicht mehr für alles verantwortlich und diskriminieren nicht mehr andere wegen ihres Glaubens. In der Realität sieht es mit Selbstmordattentätern, Wunderheilungen und Antisemitismus natürlich leider immer noch anders aus.

Mittlerweile sind wir wieder an einem Punkt der Geschichte angelangt, an dem der Welt eine weitere Aufklärung gut tun würde. Dieses Mal gilt es, Millionen Menschen vom übermächtig scheinenden Gott Steve Jobs loszueisen. Zu Zeiten der esten Macs galten Apple-Jünger noch als kreative Individualisten. Doch seit iPod, spätestens aber seit iPhone hat alles eine neue Dimension erreicht. Mac-Freaks kriegen fast Kammerflimmern, wenn Keynotes anstehen. Andere wiederum sind besessen, unausgegorene Beta-Versionen irgendeines Betriebssystems wie iOS 5 zu haben. Und wenn es dann nicht läuft, sind diese Jünger wie verblendet.  Über Fehler müsse man schließlich hinwegsehen können. Komisch aber, daß genau dieses Argument von Windows-Usern immer als Ausrede abgetan wird. Und weil EIN Steve Jobs die Firma Adobe nicht leiden kann, müssen MILLIONEN Kunden auf den Flash-Player verzichten. Empörung? Fehlanzeige! Abwandern zu Wettbewerbern? Von wegen!

Kein Wunder ist somit das Recherche-Ergebnis eines BBC-Reporters nach der exzessiven Eröffnungsparty eines Apple-Tempels Apple-Stores in Covent Garden: Alex Brooks, Herausgeber von „World of Apple“ wurde im Magnetresonanztomographen untersucht, während er Bilder von Produkten gezeigt bekam. Bei Apple-Geräten reagierten Bereiche in seinem Gehirn, die auch bei Gläubigen aktiv werden – wenn sie religiöse Symbole gezeigt bekommen.

Apples Marktanteile schwinden.

Apples Marktanteile schwinden.

Jetzt hat Apple wieder eine Steilvorlage geliefert, das Unternehmen eigentlich sofort pleite gehen lassen zu müssen: das Verkaufsverbot von Galaxy-10.1-Tabs von Samsung innerhalb der EU. Einen Tag später will Apple sogar das Motorola Xoom aus den Regalen verbannen. Der Grund: Alles erinnere zu sehr ans iPad.  Überhaupt nicht gefallen dürften dem Obstladen außerdem die schwindenden Marktanteile von iOS – also von iPhones im Smartphone-Sektor. Im zweiten Quartal rangierte iOS mit knapp 20 Millionen verkauften Smartphones auf Rang drei. Unangefochten an der Spitze steht das Google-Betriebssystem Android (46,8 Millionen verkaufte Geräte).

Jobs sieht offenbar seine Felle davonschwimmen – hat der Konzern neben iPhone und iPad schließlich kein großartiges Massenprodukt am Markt. Wenn die Konkurrenz mit objektiv betrachtet besseren Produkten (günstiger, leistungsstärker, Flash-Unterstützung, vergleichbare Anzahl an Apps) gegen Apple antritt, müssen sie eben weggeklagt werden. Bezeichnend ist, daß sich die Klagen lediglich gegen die beiden größten Konkurrenten richten: Samsung und Motorola. Das Acer Iconia Tab ist für Apple offenbar nicht bedrohlich – keine einstweilige Verfügung. Das Blackberry Playbook wird auch nicht vom Markt weggeklagt.

Das Vorgehen ist aus Sicht des Platzhirsches absolut verständlich. Viel mehr Sorge bereitet mir, daß Apple Erfolge erzielt. Gilt das Prinzip der freien Marktwirtschaft nicht mehr? Übertragen wir den Fall doch einmal auf andere Branchen:

  1. Automobilindustrie: Mercedes verbietet mit sofortiger Wirkung alle anderen Fahrzeugmarken. Immerhin sind das auch alles Blechkörper mit vier Reifen dran. Viel zu ähnlich!
  2. Kleidungsindustrie: Wrangler verbietet mit sofortiger Wirkung alle anderen Hosen. Die anderen Hersteller bedecken damit auch die Beine. Viel zu ähnlich!
  3. Nahrungsindustrie: Die Brotfirma Harry verbietet ab sofort alle anderen Toastbrot-Hersteller. Auch deren Sandwich-Laiber sind kastenförmig, in Scheiben geschnitten und müssen geröstet werden. Viel zu ähnlich!

Und die Apple-Community? Schweigt oder unterstützt die Kalifornier in ihrem Vorgehen. Der Glaube ist stark in ihnen. Ein Freund von mir formulierte es in einem Gespräch passend: Es wäre kein Wunder, wenn Steve Jobs bald mit dem Papst die Plätze tauscht und eine neue Weltreligion ausruft. „Ich habe mehr Anhänger als Du.“ Sicherheitshalber sollte Apple wohl langsam als Sekte eingestuft werden. Der Verfassungsschutz könnte sich das Ganze auch einmal genauer ansehen. Scientology läßt grüßen.

Damit sind wir wieder beim Thema Religion. Ich warte bereits auf den Tag, an dem ein zweiter Martin Luther erscheinen wird. Der öffnet dann ein Kommentarfeld im iTunes-Store und schreibt dort seine 95 Thesen rein. Es hat schon einmal geklappt: am 31. Oktober 1517 an der Schloßkirche von Wittenberg. Damit löste er die Reformation aus – ein wichtiger Schritt zur Aufklärung.

1:3 gegen Bayern verloren, Wiese ist mit Rot vom Platz geflogen. Außerdem spielen Frings, Marin und Boro unter ihren Möglichkeiten. Naldo hat schon seit über einem halben Jahr kein grün-weißes Hemd mehr getragen. Und die eingekaufte Verstärkung wirkt sich momentan höchstens positiv auf das zu versteuernde Einkommen des Vereins aus.

Der einzige, der mir in dem ganzen Tohuwabohu Leid tut, ist Thomas Schaaf. Er kann wirklich nichts für den Dreck, den seine Jungs da auf dem Platz zusammenkicken. Im Grunde müsste man das Team komplett austauschen – aber ein zweiter erfolgreicher namentlich prominenter Kader muß erst noch gefunden werden.

Von daher sollten wir uns bereits mit dieser Deutschlandkarte anfreunden. Diese Spielorte erwarten uns ab Sommer in der Spielzeit 2011/2012. Und immer das Gute sehen: Die Tickets werden billiger!

Irgendeine neue Statistik besagt, daß die Zahl der Temposünder im vergangenen massiv zugenommen hat. Passenderweise zeigt RTL in seinem „Nachtjournal“ Polizeivideos von leeren Autobahnen. Mal fährt einer 140 statt der erlaubten 100 Stundenkilometer, mal schießt sogar einer mit 170km/h über die Piste. Die Verkehrsexperten haben schon einen Sündigen ausgemacht: die Autohersteller, die so schnelle Wagen züchten.

Klar, zu schnell fahren kann gefählich sein. Ein generelles „Buh“ auf alles, was schneller als mit 130 Stundenkilometer unterwegs ist, halte ich aber für bescheuert. 170 in der 100er-Zone fahre ich auch nicht, das heißt aber umgekehrt nicht, daß ich nicht 250 fahren will, wo ich es darf und kann.

Viel schlimmer finde ich dagegen, daß seit Jahren augenscheinlich immer mehr Menschen nicht einmal mehr die einfachsten Verkehrsregeln beherrschen: bei Rot stehen, bei Grün gehen beziehungsweise fahren. So oft ist mir ein Auto auf der Kreuzung über den Weg geschossen, das meinte, Kirschgrün zählt nicht. Hupen verursacht beim Verkehrssünder eher nur Wut und Pöbelei. Wer ist hier eigentlich im Recht? Oder Abbiegen ohne zu blinken, auch eine herrliche Nummer. Plötzlich in die Eisen gehen, unvermittelt abbiegen. Wenn der Vordermann großzügig ist, verrät er mir während des Lenkens, wo er hin will. Olé, olé, danke Mann!

Wo sind da eigentlich die Beamten, die sich sonst auf Autobahnen mit Videowagen rumdrücken oder die Zeit lieber damit vertreiben, mit dem Streifenwagen durch die Fußgängerzone zu fahren? Laufen ist schließlich uncool, mit Sonnenbrille am Steuer des silber-blauen „Passat“ natürlich viel fescher.

Mich jedenfalls stört ein Autofahrer auf einer leeren, vierspurigen Straße mit 70 Stundenkilometern weniger, als ein Depp, der mich bei für ihn Rot von der Kreuzung putzt. Mir täten auf Anhieb drei Verkehrspunkte einfallen, wo eine Kontrolle Sinn ergeben würde. Aber mich fragt ja keiner. Außerdem müßten die Polizisten dann selbst raus aus dem Auto, beim Blitzen kann man schließlich sitzen bleiben und die Fotos schießt ein Automat.

Motorsport kann mich im Grunde nicht allzu lange vor dem Fernseher fesseln. Bei der Formel 1 gebe ich mich ganz sensationslüstig und gucke mir bloß die Startphase an: Da fliegen bekanntlich die meisten Reifen, Carbonteile und Heckspoiler. Aber danach wird wieder weggezappt. Einzig die DTM weiß mich vor der Mattscheibe zu halten. Das liegt aber wohl einfach nur daran, daß die Rennboliden wenigstens noch aussehen wie Autos und ich mir ständig aus innerer Überzeugung heraus die Daumen für die Audi-Renner blutig drücke.

Heute war es dann mal wieder so weit. Im spanischen Valencia ging der zweite Lauf des Jahres an den Start. Erfreulicherweise landeten auf den ersten beiden Plätzen zwei Ingolstädter, insgesamt sogar fünf unter den besten acht. Das stört mich auch alles nicht, wären da nur nicht diese kleinen Rennfuzzis, die sich mit ihrer tollen Motorsport-Fachsprache von der Allgemeinheit absetzen wollen – und dabei eigentlich nur lächerlich wirken.

Der ARD-Experte spricht von einer „schnellen Pace“, wenn er von einer schnellen Rundenzeit spricht. Außerdem erreichen die Autos seit neuestem keine Höchstgeschwindigkeit mehr, wie es noch im Fahrzeugschein altmodisch heißt. Rennwagen von heute erzielen eher eine „hohe Topspeed“. Und damit die flinken Feger nicht in der ersten Haarnadelkurve von der Piste fliegen, ist es entscheidend, daß die Reifen einen „hervorragenden Grip“ (Haftung) haben. Wenn der Rennfahrer mit den Renningenieuren über Funk kommuniziert, heißt das inzwischen sogar „Teamradio“.  Den Vogel abgeschossen hat aber der Mercedes-Teamchef am heutigen Pfingstsonntag: Nach einem umstrittenen Überholmanöver eines Audis gegen einen Sternenträger wollte er den Tathergang unbedingt noch einmal sehen: „Ich bilde mir erst eine Meinung, nachdem ich das Replay gesehen habe.“ Hätten die Rennkommissare auf unsportliches Verhalten entschieden, hätte den Audi-Fahrer eine „Drive-Through-Penalty“ erwartet. Hoffentlich ist das nicht ansteckend!

Bin ich zu pingelig? Oder ist es zu viel verlangt, deutsche Wörter zu benutzen, wenn wir schon die passenden haben? Ich schalte schließlich auch nicht den Screen an, sondern den Monitor. Aber vielleicht sollte ich mich an die neue Zeit besser gewöhnen, das Rad läßt sich bekanntlich nicht zurückdrehen. Am besten fange ich gleich mit dem Üben an. Oh, Moment! Ich kriege gerade einen Call auf meinem Phone. Bitte stayed tuned!

Isaac Newton ist mein Freund. Der mit dem Apfel. Leider! Murphy ist auch mein Freund. Also der mit dem Gesetz, nicht der Bier-Murphy. Leider!

Seitdem ich die beiden Herrschaften kenne, fällt mir neuerdings alles runter: Der Kuli auf der Arbeit, der Notizblog bei einem Termin. Das Duschgel in der Wanne, Der „Spiegel“ vom Nachttisch. Ich kann nur froh sein, daß ich selbst so gut geerdet bin. Stellenweise kommt mir mein Leben wie der neue Handwerker-Spot vor, in dem auch alles zu Boden fällt und rieselt.

Und warum das Ganze? Bloß weil ich vor 26 Jahren Isaac Newton kennengelernt habe! Der Sack hat die Schwerkraft erfunden. Ihm war ein schwebender Apfel nicht mehr gut genug, nein, er mußte ihn unbedingt runterfallen lassen. Nur damit er die superschlaue Formel „F = mg“ aufschreiben konnte. Toller Nummer! Olé, olé, danke!

Immerhin ist Murphy nur ein flüchtiger Bekannter von mir. Zum Glück! Sonst würde mir jeden Morgen der Toast auf die Butterseite fallen. So ist’s wenigstens nur der Ungestrichene, an dem bleibt weniger haften.

Gibt’s eigentlich einen Namen für Menschen wie mich? Ausländer nennen sich (oder doch nur wir sie?) politisch korrekt Migranten, Behinderte sind körperlich oder geistig beeinträchtigt.

Demnach bin ich wohl ein Mensch mit Gravitationshintergrund…

— Achtung, dieser Beitrag vertritt eine peersönliche Meinung —

Für mich als aus Berlin Zugezogener erschließt sich die gesamte Lübecker Flughafen-Debatte überhaupt nicht – ganz egal, wie das Votum heute um 18 Uhr ausfallen wird. Jahrelang wurde Geld in den Airport gepumpt, um eventuell mal in die Gewinnzone zu kommen. Damals waren alle Hansestädter für das Ding, symbolisierte es doch wohl Weltoffenheit und eine gewisse Monopolstellung in Schleswig-Holstein. Amortisiert hat sich Blankensee bislang nicht – wohl aber auch wegen der geringen Gebühren, die Ryanair und Wizz Air zu entrichten haben.

Gleichzeitig war eine wirtschaftliche Nutzung bestimmt nie realistisch, solange die Lande- und Startbahn nicht verlängert und somit auch für größere Flieger nutzbar wird. Jetzt liegt der Planfeststellungsbeschluß vor, um den Airport auszubauen und erstmals vielleicht auch Gewinn zu erwirtschaften. Dann sind plötzlich keine fünf Millionen Euro mehr dafür da. Aber – ich glaube, es war die Linkspartei – in der Bürgerschaft wird die Machbarkeitsstudie der Machbarkeit einer Straßenbahn in Lübeck gefordert. In einer verwinkelten, kompakt gebauten Regionalstadt, in der nicht mal die Busse ordentlich manövrieren können. Ja nee, ist klar, aber der Flughafen ist zu teuer! Und die sonst auf Arbeitnehmerseite stehende und Sicherheit für alle fordernde SPD plädiert für die Schließung und somit Entlassung von zahlreichen Beschäftigten. Seltsamerweise sind die Christdemokraten und Liberalen da sozialer als die Roten.

In Berlin würde niemand so lange rumeiern, sondern es einfach probieren – bei einem deutlich höheren Schuldenstand als in der Hansestadt. Entweder trägt sich der Airport am Ende oder man beerdigt das Projekt im Anschluß mit Würde. Aber man hat es immerhin probiert. Warum kümmern sich die Kritiker nicht lieber um hilfreiche Vorschläge? Mehr Airlines zu vernünftigen Konditionen braucht Blankensee! Germanwings, Air Berlin, TUIfly, easyJet – es gäbe genug. Mosern ist aber leichter, stimmt!

Mir ist hier schon öfter aufgefallen, daß die Lübecker ein merkwürdiges Verhältnis zu allem Neuen haben. Auf der einen Seite will man modern erscheinen und am besten mit der großen Schwester Hamburg konkurrieren – rührt wohl noch her aus der alten Hansezeit. Gleichzeitig soll aber alles bleiben, wie es ist. Haerder-Center: Pfui! Ikea in Dänischburg: Ja, aber bitte nur ohne Auswirkungen auf irgendwen irgendwo!

Das kann man tun. Aber dann möchte ich in einem halben Jahr niemanden hören, der Lübeck zu provinziell findet oder sich daran stört, daß kein Investor mehr an die Trave kommen will. Oder noch besser: „Früher mußte ich für den Flug nach London nicht erst nach Hamburg/Rostock/Hannover fahren.“

Und Ikea kriegen wir auch noch vergrault!

Da ist doch eine Verschwörung gegen mich im Gange! Vor fast genau einem Jahr prellt mich die isländische Kaupthing-Bank um mein Erspartes und läßt mich um die Finanzierung meines Motorrads bangen. Und jetzt? Nun schickt der Vulkan Eyjafjallajökull eine Aschewolke gen Süden und wirkt sich auch auf Lübeck aus – Ryanair-Maschinen können den ohnehin schon kränkelnden Flughafen nicht mehr ansteuern. Das ist doch kein Zufall! Das ist eine Aktion, die sich gegen mich als Flughafenbefürworter richtet!

Was habe ich den Isländern nur getan, daß sie mich so sehr ablehnen? Bis Ende 2008 die Finanzkrise das karge Eiland und somit auch mein Geld erwischte, hatte ich mir nicht mal eine Meinung über Island gebildet! Und während der Krise habe ich geschworen, mich partout gar nicht erst für dieses Land zu interessieren! Insofern müssen die nicht mal befürchten, ich würde sie je besuchen kommen. Sollen die doch weiter ihre Fische fangen und mich in Ruhe lassen. Ich versteh das nicht.

Oder steckt gar jemand ganz anderes dahinter – der Mossad, die CIA, der MI:6, der Gärtner? Vielleicht sollte ich besser für eine Weile untertauchen. Ich werde über Twitter Lebenszeichen absenden. Sollten die ausbleiben: Bitte druckt Suchfotos von mir auf Milchtüten und macht Rundfunkdurchsagen bei NDR 2. Ich weiß, ich kann auf Euch bauen.

Und Sorry wegen der Flugbeeinträchtigungen. Wer kann denn ahnen, daß Island so sehr gegen mich ist!?

Fatales deutsches Kriegsgerät?

Damit eins gleich zu Beginn klar ist: Waffen sind nichts Gutes, ja! Und die Welt wäre sicherlich eine bessere, wenn wir nicht ständig daran feilen würden, wie wir den Nebenmann am besten und möglichst effektiv kaltstellen könnten.

Aber warum, bitteschön, stoßen sich jetzt alle – egal ob militante Pazifisten, Leitartikelschreiber oder Politiker – daran, daß Deutschland so viele Rüstungsgüter exportiert? Grünen-Vorsitzende Claudia Roth echauffierte sich in der „Passauer Neuen Presse“ gar mit den Worten: „Die Bundesregierung stellt hier die Interessen der Waffenindustrie ganz klar in den Vordergrund. Verantwortliches Handeln bleibt auf der Strecke.“ Ferner findet sie, daß man „deutschen Rekordexporten von Rüstungsgütern nicht tatenlos zusehen“ darf, wenn man gleichzeitig eine Atomwaffen-Abrüstung will.

Hallo? Was spricht denn dagegen, Waffen an das Ausland zu verkaufen? Gut, Griechenland kann die georderten U-Boote nicht bezahlen, aber das ist ein anderes Thema. Immerhin verdienen deutsche Firmen wie Krauss-Maffei Wegmann (Kampfpanzer „Leopard 2“ und das Allschutz-Transport-Fahrzeug „Dingo“) oder die Howaldtswerke – Deutsche Werft (U 212) damit ihren Lebensunterhalt – ganz zu schweigen von den vielen Angestellten. Oder die vielen Steuereinnahmen, die wieder zurück ins Staatssäckel fließen und unter anderem auch klimafreundliche Windräder finanzieren.

Einen Export-Stop gar fordert der Vizefraktionschef der Linken, Jan van Aken, bei Spiegel Online. Hier dürfe es „keine Arbeitsplätze geben, die darauf beruhen, daß woanders Menschen sterben“. Starker Tobak, und das von einer Partei, die immer noch der Vollbeschäftigung zu DDR-Zeiten nachtrauert. Wer war das noch mit den Selbstschußanlagen und kilometerlangen Minenfeldern?

Ich frage einmal anders herum: Hat sich schon mal einer Gedanken gemacht, was wäre, wenn Deutschland keine Panzerhaubitzen verkaufen würde? Ganz sicher würden sich die interessierten Staaten dann lieber zwei neue Bagger kaufen, gell? Der Türke sagt dann: „Ihr habt recht, Krieg ist böse und so. War ne blöde Idee, laß mal ’ne Straße bauen.“ Ach nicht? Dann lauten die anderen Optionen wohl USA, Frankreich, Großbritannien, Rußland, Israel – irgendwer wird schon verkaufen. Warum sollten wir dann nicht so clever sein und versuchen, das Geld hierzulande einzunehmen – zumal wir weltweit einen guten Ruf genießen, wenn es um U-Boote und gepanzerte Fahrzeuge geht.

Sicher, auch ich bin dafür, daß wir nicht blind in alle Länder exportieren. Der Iran hat defnitiv keine hochmodernen Panzer à la „Leopard 2“ verdient. Aber gleich deshalb auf die „böse Rüstungsindustrie“ einhauen? Es lohnt sich immer der differenzierte Blick, auch bevor wir auf vermeintliche „Schurkenstaaten“ im Nahen und Mittleren Osten schimpfen! Der sicherheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, hat es in der „Frankfurter Rundschau“ treffend formuliert: „Wir wollen, dass sie den Terror bekämpfen.“

So ganz ohne Waffen kriegen auch die das nämlich nicht hin…

Es war wieder Oscar-Nacht vor geraumen Stunden. Wieder haben sich die Stars und Sternchen feiern lassen – gegen Eintrittsgeld durfte der Pöbel sogar von Besuchertribünen herunterwinken. Spätrömische Dekadenz nenne ich das. Aber es war auch wieder die Zeit der vielen Danksagungen: Gott, der Regisseur, die Eltern – alle bekamen (gewollt oder ungewollt) ihr Lobesfett weg. Das hat mich dazu inspiriert, auch mal all denen zu danken, die mich zu dem gemacht haben, was ich bin!

Mein Dank gilt natürlich in erster Linie dem Bettenhersteller! Ohne ihn hätte es die Schlafstätte nicht gegeben, auf der sich meine Eltern in einer lauen Frühlingsnacht niederließen und amüsierten. Danke, danke, danke!!!

Außerdem möchte ich meine Hebamme grüßen, ohne die ich gar nicht erst das Licht der Welt erblickt hätte – eine zwingende Voraussetzung für weitere Heldentaten. Zwar erinnere ich mich überhaupt nicht an die rätselhafte Frau in Weiß, aber sie war/ist gewiß eine Große!

Mein Bäcker hat stets dafür gesorgt, daß ich nie Hunger leiden mußte. Täglich backt er die leckersten Schrippen und die feinsten Brote, um mich satt zu kriegen. Das kann überhaupt nicht genug würdigen – aber ich kann jetzt schon mal damit anfangen.

Abschließend widme ich die letzten Dankesworte an mich selbst: Klasse Leistung, Peer! Ohne mich hätte ich nicht da sein können, wo ich jetzt bin. Immer habe ich mir die richtigen Entscheidungen abgenommen, sodaß ich nie Probleme bekommen habe. Und falls das doch mal der Fall war, habe ich mich da wieder wunderbar herausgeholt.

Außerdem danke ich allen, die mich kennen und grüße auch an die Geräte zu Hause!

Bitte fleißig Flattr’n

Hier einmal bitte die E-Mail-Adresse reinschreiben. Danke!

Schließe dich 2 Followern an

Advertisements