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Da ist doch eine Verschwörung gegen mich im Gange! Vor fast genau einem Jahr prellt mich die isländische Kaupthing-Bank um mein Erspartes und läßt mich um die Finanzierung meines Motorrads bangen. Und jetzt? Nun schickt der Vulkan Eyjafjallajökull eine Aschewolke gen Süden und wirkt sich auch auf Lübeck aus – Ryanair-Maschinen können den ohnehin schon kränkelnden Flughafen nicht mehr ansteuern. Das ist doch kein Zufall! Das ist eine Aktion, die sich gegen mich als Flughafenbefürworter richtet!

Was habe ich den Isländern nur getan, daß sie mich so sehr ablehnen? Bis Ende 2008 die Finanzkrise das karge Eiland und somit auch mein Geld erwischte, hatte ich mir nicht mal eine Meinung über Island gebildet! Und während der Krise habe ich geschworen, mich partout gar nicht erst für dieses Land zu interessieren! Insofern müssen die nicht mal befürchten, ich würde sie je besuchen kommen. Sollen die doch weiter ihre Fische fangen und mich in Ruhe lassen. Ich versteh das nicht.

Oder steckt gar jemand ganz anderes dahinter – der Mossad, die CIA, der MI:6, der Gärtner? Vielleicht sollte ich besser für eine Weile untertauchen. Ich werde über Twitter Lebenszeichen absenden. Sollten die ausbleiben: Bitte druckt Suchfotos von mir auf Milchtüten und macht Rundfunkdurchsagen bei NDR 2. Ich weiß, ich kann auf Euch bauen.

Und Sorry wegen der Flugbeeinträchtigungen. Wer kann denn ahnen, daß Island so sehr gegen mich ist!?

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Curling fasziniert mich. Mit welcher Hingabe die Männlein und Weiblein bei der Olympiade in Vancouver wieder die dicken Steinbrocken über das Eis schieben. Dann wird da geschrubbt, dort geschrien, da angebufft. Hat irgendwie alles etwas vom Saubermachen in der eigenen Wohnung. Da ecke ich auch regelmäßig an den Möbeln an.

Ohnehin finde ich, daß Curling ein wunderbares Vorbild für den Alltag sein kann: Beim Staubsaugen stelle ich seit dem Olympia-Auftakt auch immer einen Ball vor den Teleskoparm. Beim Saugen „schrubbe“ ich den sozusagen immer weiter gen Ziel: Im Schlafzimmer ist die Startzone, das Bad bildet das Ziel.

Auch beim Auto fahren bei den aktuellen Straßenverhältnissen mache ich mir die grauen Steine zum Vorbild. Gekonnt gebe ich an der Ampel Gas, danach rutsche ich meinen Wagen gekonnt vorwärts. Und sollte ein Guard (in dieser Form ein anderes Auto) mein House (die Parkbucht) versperren, schlidder ich vorher ein paar eigene Curlingsteine (natürlich andere Fahrzeuge ebenfalls in meiner Wagenfarbe) vorweg und kante ihn aus der Zone. Am Ende entscheide ich jedes End (Einparkmanöver) für mich. Solltet Ihr auch mal probieren!

Und noch ein Aspekt am Curling finde ich klasse und macht mir Mut für mein Älterwerden (ja, auch mit 26 denkt man da schon dran): Es ist wohl die einzige Sportart, für die man kein klassischer Sportler sein muß. Ich brauche keinen Adoniskörper, keine hautenge Spezialkleidung, kein Ausdauertraining, keine Millionen-Werbeverträge. Stattdessen kann ich hauptberuflich Steuererklärungen kontrollieren (in meinem Fall Zeitungsartikel schreiben) und im anmutigen Alter von Ü35 immer noch elegant über das Eis curlen. Was will ich mehr? Gut, eventuell noch die Millionen-Werbeverträge – aber darum kümmere ich mich nach meinem Olympiasieg!