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Das ist er also gewesen, der erste Tag an der Akademie für Publizistik. Ich muß sagen, ich bin angenehm überrascht. Die Mitjungs und -mädels sind nett, der gesamte Trupp äußerst lustig. Auch der Kursleiter ist gut drauf und versucht alles, sturen Frontalunterricht zu verhindern – mit Erfolg.

Nach der anfänglichen Kennenlernphase ging es mit einer kurzen Führung durchs Haus weiter, nachmittags stand dann schon das erste richtige Thema auf der Agenda: Weblogging. Für mich natürlich nichts Neues, insofern konnte ich mich entspannt zurücklehnen und noch die eine oder andere Feinheit lernen – zum Beispiel, wie man individuelle Google-Maps-Ausschnitte erstellt. Erstaunt war ich nur darüber, daß in dem gesamten Haufen von 21 jungen, angehenden Journalisten nur zwei aktiv selbst bloggen (mich natürlich mit eingerechnet). Da hätte ich doch mehr Neugier seitens des Nachwuchses erwartet. Aber vielleicht wurde die ja nach dem heutigen Nachmittag geweckt.

Jedenfalls freue ich mich schon auf morgen, dann geht es um die kurzen, verkannten Texte: Überschriften, Vorspänne und Bildunterschriften. Wird bestimmt lustig. Und zur Belohnung gehen danach sogar noch alle zusammen beim Türken essen.

Ich halte Euch auf dem Laufenden!

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Rechts stehen, links gehenBuckingham Palace, Westminster Abbey, Big Ben, Tower Bridge und Piccadilly Circus – es gibt sicher unzählige Dinge, die man als Tourist in London gesehen haben muß. Man gilt erst dann als versierter Gast, wenn man blind in die Portobello Road findet oder die 311 Stufen bis zur Aussichtsplattform des Monuments erklommen hat. Ganz zu schweigen vom obligatorischen „Mind the Gap“-Kaffeebecher oder einem Besuch bei Madame Tussaud’s.

Alles schön und gut, aber es bedarf so viel mehr, um ein echter Londoner zu sein. Das wurde mir erst wieder bewußt, als ich diese Woche erneut für drei Tage in der weltbesten Stadt der Welt wohnen konnte. Fehlerfrei und problemlos bewegt man sich in der Sieben-Millionen-Metropole erst, wenn man beispielsweise automatisch rechts auf der Rolltreppe der U-Bahn steht: „Stand right, go left“ steht überall. Keine Staus, kein Geschubse, kein Gemaule. Und alle halten sich dran.

Andere Touristenfalle: die Treppenbenutzung. Natürlich nimmt der echte Londoner nicht die rechte Hälfte der Stufen, sondern die linke – ganz wie im Straßenverkehr. Apropos Straßenverkehr, Fußgängerampeln sind auch nur für die grobe Hilfe da. Vielmehr vertraut der Großstädter auf seinen gesunden Menschenverstand und geht dann, wenn der Weg frei ist – egal, ob Rot oder Grün. So mache ich das als Berliner zwar auch immer noch in Lübeck, dafür ernte ich aber regelmäßig böse Blicke (vorrangig von den älteren Generationen).

Der Regenschirm ist ebenfalls so eine Sache des waschechten Londoners. Daß man den immer dabei haben sollte, wissen auch Touristen, der korrekte Umgang damit ist aber wieder etwas anderes. Auf rappelvollen Straßen wie der Regent oder Oxford Street beweist der echte Hauptstädter, daß er gekonnt durch Kippen, Neigen und Hochheben den anderen Schirmen ausweichen kann, ohne selbst dadurch einen Regentropfen mehr zu kassieren. Das ist London!

Lübeck, oder in dem Fall vermutlich ganz Deutschland, glänzt im Gegensatz dazu durch beschämendes stures Umsetzen von Regeln. Nach der Landung auf dem Flughafen in Blankensee war eine Airport-Mitarbeiterin nicht damit zufrieden, daß sich die Massen gesittet und selbständig in eine Warteschlange vor der Paßkontrolle einreihten. Gemäß deutscher Gründlichkeit mußten sich alle Fluggäste nachträglich in die vorher genauestens ausgerichteten Warteschlangen-Gassen (wie vor Achterbahnen im Freizeitpark) einordnen. Man sollte die Flughafenfrau das mal vor den Kontrollautomaten an der Londoner Underground-Station Charing Cross probieren lassen.

Ich will wieder zurück!

Irgendeine neue Statistik besagt, daß die Zahl der Temposünder im vergangenen massiv zugenommen hat. Passenderweise zeigt RTL in seinem „Nachtjournal“ Polizeivideos von leeren Autobahnen. Mal fährt einer 140 statt der erlaubten 100 Stundenkilometer, mal schießt sogar einer mit 170km/h über die Piste. Die Verkehrsexperten haben schon einen Sündigen ausgemacht: die Autohersteller, die so schnelle Wagen züchten.

Klar, zu schnell fahren kann gefählich sein. Ein generelles „Buh“ auf alles, was schneller als mit 130 Stundenkilometer unterwegs ist, halte ich aber für bescheuert. 170 in der 100er-Zone fahre ich auch nicht, das heißt aber umgekehrt nicht, daß ich nicht 250 fahren will, wo ich es darf und kann.

Viel schlimmer finde ich dagegen, daß seit Jahren augenscheinlich immer mehr Menschen nicht einmal mehr die einfachsten Verkehrsregeln beherrschen: bei Rot stehen, bei Grün gehen beziehungsweise fahren. So oft ist mir ein Auto auf der Kreuzung über den Weg geschossen, das meinte, Kirschgrün zählt nicht. Hupen verursacht beim Verkehrssünder eher nur Wut und Pöbelei. Wer ist hier eigentlich im Recht? Oder Abbiegen ohne zu blinken, auch eine herrliche Nummer. Plötzlich in die Eisen gehen, unvermittelt abbiegen. Wenn der Vordermann großzügig ist, verrät er mir während des Lenkens, wo er hin will. Olé, olé, danke Mann!

Wo sind da eigentlich die Beamten, die sich sonst auf Autobahnen mit Videowagen rumdrücken oder die Zeit lieber damit vertreiben, mit dem Streifenwagen durch die Fußgängerzone zu fahren? Laufen ist schließlich uncool, mit Sonnenbrille am Steuer des silber-blauen „Passat“ natürlich viel fescher.

Mich jedenfalls stört ein Autofahrer auf einer leeren, vierspurigen Straße mit 70 Stundenkilometern weniger, als ein Depp, der mich bei für ihn Rot von der Kreuzung putzt. Mir täten auf Anhieb drei Verkehrspunkte einfallen, wo eine Kontrolle Sinn ergeben würde. Aber mich fragt ja keiner. Außerdem müßten die Polizisten dann selbst raus aus dem Auto, beim Blitzen kann man schließlich sitzen bleiben und die Fotos schießt ein Automat.

Klar, Reden ist wichtig. Viele behaupten sogar, daß die Sprache uns einen wesentlichen evolutionären Vorsprung gegenüber der restlichen Tierwelt verschafft hat. Oft werden verbal wichtige Dinge weitergegeben („Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, daß Ihre Ausreise genehmigt wurde.“) oder um keine Spuren zu hinterlassen („Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.“).

Von Zeit zu Zeit bietet es sich aber an, einfach zu schweigen – zum Beispiel dann, wenn nichts zu berichten ist. Wenn es nichts zu sagen gibt, einfach mal die Fresse halten. Oft wäre es aber auch schon hilfreich, wenn vor dem Sprechen das große Organ unmittelbar unter der Schädeldecke eingeschaltet wird. Würden das aber alle tun, gäbe es keine lustigen Momente und keine seltsamen Zitate. Gestern sind mir wieder zwei in die Ohren geflattert, die ich Euch nicht vorenthalten will:

„‚Mr. Adelaide‘, das klingt wie direkt aus Sydney.“
Ansager beim Duckstein Festival über ein Bandmitglied

„Ich drücke alle meine zehn Daumen.“
NDR2-Moderator im Nachtprogramm

Neue Medien, neue Wege, neue Ideen. Dem kann und will ich mich auch nicht verschließen. Seit kurzem macht ein neues System die Runde,  das vergleichbar mit einer Spende ist: Flattr.

Einmal angemeldet, kann man kleines Geld überweisen und das dann später im ganzen Internet verteilen – an alle, die ebenfalls bei Flattr angemeldet sind. So kann der Leser eines Blogs quasi ein kleines Dankeschön da lassen für einen gut geschriebenen/interessanten/peerfekten Text. Einfach auf den Button klicken und Flattr notiert das. Am Monatsende werden alle Flattreien zusammengerechnet und prozentual an die Schreiberlinge ausgeschüttet – im besten Fall auch ein wenig an mich.

So müssen die Leser kein Abo eingehen, zahlen freiwillig nur für die Beiträge, die sie gut finden oder unterstützen wollen. Und gleichzeitig freue zum Beispiel ich mich als Verfasser über jeden, der meinen Blogeintrag gerne gelesen hat und fühle mich noch weiter angespornt weiterzumachen. So sieht der Knopf aus:

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Ihr findet ihn oben links unter dem Titelbild. Es wäre echt super, wenn der eine oder andere tatsächlich mal auf den Button klickt. Keine Sorge: Ich werde auch weiterhin kostenlos für alle erreichbar bleiben und schreiben, weil es mir einfach Spaß macht. Aber über eine kleine Spende hier und da freue ich mich natürlich auch 😉

By the way: Wer sich auch bei Flattr anmelden will, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Zwei kostenlose Aktivierungscodes sind noch abzugeben. Einfach kurz unten ins Kommentarfeld mit gültiger Mailadresse schreiben und ich melde mich.

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