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Ach herrje, darum dreht sich also der ganze Hype? Gestern habe ich zum allerersten Mal in meinem Leben „Germany’s Next Topmodel“ gesehen – von Insidern auch nur liebevoll GNTM genannt. Zum Glück mußte ich nicht die ganze Show miterleben, sondern nur die letzten 30 Minuten dieses bescheuerten herausragenden Finales!

Der Einfachheit halber spare ich mir die Namen dieser weiblingen Jungopfer des TVs – ich kenne sie eh nicht und niemand wird sie je groß kennenlernen. Zur Wahl standen jedenfalls schlußendlich eine Rothaarige, die offensichtlich innerhalb der GNTM-Fangemeinde als Heulboje auf zwei Beinen bekannt ist. Die zweite Kandidatin, leicht exotisch angehaucht mit pechschwarzen Haaren und milchkaffeebrauner Haut, macht nach Infos aus gut unterrichteten Kreisen eher durch aufdringliche Schüchternheit von sich reden. Um das Ganze abzukürzen: Es siegte die Zweite.

Aber was ist das bitte bis zum Entscheid gewesen? Heidi Klum piepst sich drei Stunden durch die Sendung, der Nährwert ihrer Phrasendrescherei erreicht sicher nicht einmal 0,1 Prozent der empfohlenen Tagesration einer durchschnittlichen Frau. Außerdem ist das Klümli bestimmt der einzige Mensch auf der Welt, der durch Einatmen von Helium eine dunklere Stimme bekäme… Mal ganz davon abgesehen, daß sie ständig „meine Mädels“ sagt, wenn sie von den Topfmodeln spricht. Ich mußte mehrmals genau hinsehen, da ich bei dieser Wortwahl eher einen Luden in diesem Leoparden-Outfit erwartet hätte.

Beim „Showdown“ brüllt sie sogar noch den Monitor mit einem fiktiven „Cosmopolitan“-Titel an, in die Lücke soll die Siegerin montiert werden: „Wer ist es denn nun?“, „Sag uns endlich, wer gewonnen hat!“, „Ich will es jetzt aber wissen!“ Minutenlang geht das so! „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ kommt nicht, da hatte ich intellektuell doch zu viel vorausgesetzt. Der arme, unschuldige Monitor! Solcherlei Zeitschinderei kannte ich bis dato nur von Thomas Gottschalk.

Der Hammer aber war dieser kleine Hutzelfotograf mit seiner Knubbelnase, der angeblich einer der besten sein soll. Eine breit auf der Bühne positionierte Gruppe von Menschen (bestimmt 50 Personen) sollte beide Models hochwerfen und er knipste das dann live in der Show. Allerdings mit einem Tele-Objektiv – fünf Männlein sind am Ende logischerweise nur zu sehen, die restlichen 45 stehen also als Deko auf der Bühne. Tolle Wurst! Dann fragt ihn Piepsi-Klum: „Wie kommst du nur immer auf so tolle Ideen?“ Seine Antwort: „Naja, ich mußte ein Foto machen.“ Welch Erkenntnis! Aber es geht weiter: „Und da wir hier in einer großen Halle voller Menschen sind, dachte ich mir: ‚Mache ich doch was mit Menschen‘.“ Ja gut… Hm… Zum Glück waren keine Kühe im Saal…

Aber das Beste hat sich ProSieben für den Abspann aufgespart. Da lief während der Laufschrift die gesamte Finalshow nochmal ab. Pures GNTM-Konzentrat. Es hat nichts gefehlt, ich hatte das Gefühl, die ganze Sendung gesehen zu haben. Erstaunlich/erschreckend/unmöglich: Es hat nur eine Minute gedauert. Die restlichen 179 Minuten des Abends waren also nachweislich inhaltloses Gewäsch plus Werbung.

Abschließen möchte ich daher mit einem leicht abgewandelten Zitat aus „Eine Leiche zum Dessert“: „Wer ist denn nun gestorben?“ – „Ein schöner Abend!“

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Facebook war mir bislang eigentlich immer suspekt – bereits bei der Anmeldung konnte das System anhand meines Namens, Geburtsdatums und des Wohnortes gefühlt zu 90 Prozent passende Bekanntschaften ermitteln.  Mark Zuckerberg hat da wahrlich ganze Arbeit geleistet.

Doch nun habe ich erstmals die Vorzüge des globalen Social Networks kennengelernt. Zwar habe ich diverse ehemalige Schulfreunde wiedergefunden, aber der jetzige Fund ist eindeutig eine Klasse für sich: Gestern kontaktierte mich ein alter Bekannter, den ich im zarten Alter von vier Jahren zu meinem juvenilen Freundeskreis zählte. Mit anderen Worten: Zwei junge Burschen, die 1988 im dänischen Viborg das Kinderzimmer unsicher machten – noch vor dem ersten Tag in der Grundschule.

Besonders witzig ist aber, daß derjenige sogar nur 50 Kilometer von mir entfernt wohnt – in Hamburg. Und zu allem Überfluß: Wir sind beide seit Jahr und Tag Werder-Fans! Wem das jetzt aber zu unheimlich wird, der sei beruhigt: Schnell haben wir beide auch eine Komponente ausgemacht, die vermutlich auf Ewigkeit zu kleinen Reibereien führen wird: Sein Herz schlägt seit je her für Hamburg, ich habe meins auf Lebzeiten an die weltbeste Stadt (nach London) verloren – Berlin. Er wird es sicherlich auch noch merken und seine Meinung ändern 😉