You are currently browsing the monthly archive for Mai 2010.

Motorsport kann mich im Grunde nicht allzu lange vor dem Fernseher fesseln. Bei der Formel 1 gebe ich mich ganz sensationslüstig und gucke mir bloß die Startphase an: Da fliegen bekanntlich die meisten Reifen, Carbonteile und Heckspoiler. Aber danach wird wieder weggezappt. Einzig die DTM weiß mich vor der Mattscheibe zu halten. Das liegt aber wohl einfach nur daran, daß die Rennboliden wenigstens noch aussehen wie Autos und ich mir ständig aus innerer Überzeugung heraus die Daumen für die Audi-Renner blutig drücke.

Heute war es dann mal wieder so weit. Im spanischen Valencia ging der zweite Lauf des Jahres an den Start. Erfreulicherweise landeten auf den ersten beiden Plätzen zwei Ingolstädter, insgesamt sogar fünf unter den besten acht. Das stört mich auch alles nicht, wären da nur nicht diese kleinen Rennfuzzis, die sich mit ihrer tollen Motorsport-Fachsprache von der Allgemeinheit absetzen wollen – und dabei eigentlich nur lächerlich wirken.

Der ARD-Experte spricht von einer „schnellen Pace“, wenn er von einer schnellen Rundenzeit spricht. Außerdem erreichen die Autos seit neuestem keine Höchstgeschwindigkeit mehr, wie es noch im Fahrzeugschein altmodisch heißt. Rennwagen von heute erzielen eher eine „hohe Topspeed“. Und damit die flinken Feger nicht in der ersten Haarnadelkurve von der Piste fliegen, ist es entscheidend, daß die Reifen einen „hervorragenden Grip“ (Haftung) haben. Wenn der Rennfahrer mit den Renningenieuren über Funk kommuniziert, heißt das inzwischen sogar „Teamradio“.  Den Vogel abgeschossen hat aber der Mercedes-Teamchef am heutigen Pfingstsonntag: Nach einem umstrittenen Überholmanöver eines Audis gegen einen Sternenträger wollte er den Tathergang unbedingt noch einmal sehen: „Ich bilde mir erst eine Meinung, nachdem ich das Replay gesehen habe.“ Hätten die Rennkommissare auf unsportliches Verhalten entschieden, hätte den Audi-Fahrer eine „Drive-Through-Penalty“ erwartet. Hoffentlich ist das nicht ansteckend!

Bin ich zu pingelig? Oder ist es zu viel verlangt, deutsche Wörter zu benutzen, wenn wir schon die passenden haben? Ich schalte schließlich auch nicht den Screen an, sondern den Monitor. Aber vielleicht sollte ich mich an die neue Zeit besser gewöhnen, das Rad läßt sich bekanntlich nicht zurückdrehen. Am besten fange ich gleich mit dem Üben an. Oh, Moment! Ich kriege gerade einen Call auf meinem Phone. Bitte stayed tuned!

Advertisements

Isaac Newton ist mein Freund. Der mit dem Apfel. Leider! Murphy ist auch mein Freund. Also der mit dem Gesetz, nicht der Bier-Murphy. Leider!

Seitdem ich die beiden Herrschaften kenne, fällt mir neuerdings alles runter: Der Kuli auf der Arbeit, der Notizblog bei einem Termin. Das Duschgel in der Wanne, Der „Spiegel“ vom Nachttisch. Ich kann nur froh sein, daß ich selbst so gut geerdet bin. Stellenweise kommt mir mein Leben wie der neue Handwerker-Spot vor, in dem auch alles zu Boden fällt und rieselt.

Und warum das Ganze? Bloß weil ich vor 26 Jahren Isaac Newton kennengelernt habe! Der Sack hat die Schwerkraft erfunden. Ihm war ein schwebender Apfel nicht mehr gut genug, nein, er mußte ihn unbedingt runterfallen lassen. Nur damit er die superschlaue Formel „F = mg“ aufschreiben konnte. Toller Nummer! Olé, olé, danke!

Immerhin ist Murphy nur ein flüchtiger Bekannter von mir. Zum Glück! Sonst würde mir jeden Morgen der Toast auf die Butterseite fallen. So ist’s wenigstens nur der Ungestrichene, an dem bleibt weniger haften.

Gibt’s eigentlich einen Namen für Menschen wie mich? Ausländer nennen sich (oder doch nur wir sie?) politisch korrekt Migranten, Behinderte sind körperlich oder geistig beeinträchtigt.

Demnach bin ich wohl ein Mensch mit Gravitationshintergrund…