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Viel zu viele Bilder, viel zu teuer.

Rein mathematisch hätte es reichen müssen: 638 Sticker sind es, 1000 hatte ich mir besorgt. Natürlich ist die Rede vom aktuellen Panini-Album für die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Zwei Schachteln à 100 Tüten wurden gekauft, aber es reichte nicht. Mir fehlen immer noch 114 Klebebildchen.

Ja, ich gehöre zu den verrückten Erwachsenen, die auch nach ihrer Pubertät nach wie vor die kleinen Kicker-Sticker sammeln. 2006, im Zuge der WM in Deutschland, habe ich die Liebe dazu wiederentdeckt. Seitdem kribbelt es mich in jedem EM- und WM-Jahr in den Fingern, wann endlich das neue Album auf den Markt kommt. Wochen vorher kann ich die wahrscheinlichen Mannschaften studieren und spätestens beim Anpfiff des Eröffnungsspiels kenne ich nicht nur Namen, sondern auch Gesichter der Ballkünstler.

Dieses Mal hat es Panini aber auf die Spitze getrieben, wenn man mich fragt. 638 Bilder müssen ins neue Heft geklebt werden. Alle 32 Nationen sind mit elf Stickern (ein Mannschaftsfoto, das Wappen und neun Spielerportraits) vertreten – das ist akzeptabel. Übertrieben haben es die Bildchenmacher aus Modena allerdings bei dem ganzen Gedöns drumrum: Pokal, Fifa-Spruch, Maskottchen und das Südafrika-Logo haben eigene Sticker, ja sogar der Ball hat einen. Der offizielle Schriftzug wird sogar auf zwei aufgeteilt, ebenso wie das offizielle Plakat. So kommt man natürlich locker auf 638 „Pickerl“, wie die Dinger in Österreich heißen. Um aber erst richtig Kohle zu scheffeln, gibt es zusätzlich noch vier exklusive Miroslav-Klose-Sticker, die man nur beim Kauf von Coca-Cola-Kisten/-Packs bekommt. Ich glaube, ich spinne!

Panini will wohl zunehmend die solventen, erwachsenen Kunden um ihr Geld erleichtern. Mit den Kindheitsfreuden meiner jungen Tage hat das nichts mehr zu tun: Das Album kostet zwei Euro, ein Tütchen mit fünf Bildern 60 Cent. Theoretisch, gäbe es eBay nicht, müßte der Nachwuchs aus eigener Tasche 120 Euro zahlen, um auf meine 1000 Bilder zu kommen. Zusätzlich dann noch sechs Euro oder mehr für die Cola-Klamotten. Welcher Sechsjährige kann sich das leisten? Ich kann es mir zwar leisten, sehe es aber nicht ein. Die restlichen 114 Sticker werde ich jetzt ganz klassisch tauschen. Schließlich habe ich über 350 Doppelte.

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— Achtung, dieser Beitrag vertritt eine peersönliche Meinung —

Für mich als aus Berlin Zugezogener erschließt sich die gesamte Lübecker Flughafen-Debatte überhaupt nicht – ganz egal, wie das Votum heute um 18 Uhr ausfallen wird. Jahrelang wurde Geld in den Airport gepumpt, um eventuell mal in die Gewinnzone zu kommen. Damals waren alle Hansestädter für das Ding, symbolisierte es doch wohl Weltoffenheit und eine gewisse Monopolstellung in Schleswig-Holstein. Amortisiert hat sich Blankensee bislang nicht – wohl aber auch wegen der geringen Gebühren, die Ryanair und Wizz Air zu entrichten haben.

Gleichzeitig war eine wirtschaftliche Nutzung bestimmt nie realistisch, solange die Lande- und Startbahn nicht verlängert und somit auch für größere Flieger nutzbar wird. Jetzt liegt der Planfeststellungsbeschluß vor, um den Airport auszubauen und erstmals vielleicht auch Gewinn zu erwirtschaften. Dann sind plötzlich keine fünf Millionen Euro mehr dafür da. Aber – ich glaube, es war die Linkspartei – in der Bürgerschaft wird die Machbarkeitsstudie der Machbarkeit einer Straßenbahn in Lübeck gefordert. In einer verwinkelten, kompakt gebauten Regionalstadt, in der nicht mal die Busse ordentlich manövrieren können. Ja nee, ist klar, aber der Flughafen ist zu teuer! Und die sonst auf Arbeitnehmerseite stehende und Sicherheit für alle fordernde SPD plädiert für die Schließung und somit Entlassung von zahlreichen Beschäftigten. Seltsamerweise sind die Christdemokraten und Liberalen da sozialer als die Roten.

In Berlin würde niemand so lange rumeiern, sondern es einfach probieren – bei einem deutlich höheren Schuldenstand als in der Hansestadt. Entweder trägt sich der Airport am Ende oder man beerdigt das Projekt im Anschluß mit Würde. Aber man hat es immerhin probiert. Warum kümmern sich die Kritiker nicht lieber um hilfreiche Vorschläge? Mehr Airlines zu vernünftigen Konditionen braucht Blankensee! Germanwings, Air Berlin, TUIfly, easyJet – es gäbe genug. Mosern ist aber leichter, stimmt!

Mir ist hier schon öfter aufgefallen, daß die Lübecker ein merkwürdiges Verhältnis zu allem Neuen haben. Auf der einen Seite will man modern erscheinen und am besten mit der großen Schwester Hamburg konkurrieren – rührt wohl noch her aus der alten Hansezeit. Gleichzeitig soll aber alles bleiben, wie es ist. Haerder-Center: Pfui! Ikea in Dänischburg: Ja, aber bitte nur ohne Auswirkungen auf irgendwen irgendwo!

Das kann man tun. Aber dann möchte ich in einem halben Jahr niemanden hören, der Lübeck zu provinziell findet oder sich daran stört, daß kein Investor mehr an die Trave kommen will. Oder noch besser: „Früher mußte ich für den Flug nach London nicht erst nach Hamburg/Rostock/Hannover fahren.“

Und Ikea kriegen wir auch noch vergrault!

Mann, was bin ich erledigt! Heute fand das jährliche Fahrsicherheitstraining unserer Johanniter-Motorradstaffel statt. Achim und Marius vom Motorcycle Safety Team (MST) haben uns heute wirklich getriezt – aber es war natürlich für den guten Zweck und ein möglichst sicheres Moppedfahrerleben auf deutschen Straßen!

Eigentlich ist 8 Uhr ja gar nicht meine Zeit. Genau deswegen bin ich Journalist geworden 😉 In Mölln habe ich einen angenehmen Dienstbeginn von 11.30 Uhr. Aber heute, auch noch auf einem Sonnabend, mußte ich mich um 7 Uhr von meinem Wecker wachrütteln lassen. Bis dahin wußte ich nicht einmal, daß es so eine Uhrzeit überhaupt gibt! Ab 8 Uhr stand in der JUH-Dienststelle Jahresbilanz, Einweisung ins AED und Referate der Autobahnpolizei sowie der ADAC Stauberater auf dem Plan. Zu meiner Überraschung blieb ich wach – kein einziges Mal mußte ich gähnen. Vielleicht lag’s aber auch an den vier Kaffee, die ich innerhalb von anderthalb Stunden runtergestürzt habe…

Bis zur braunen Linie ist der Pneu schon eingeweiht - den Rest schaffe ich auch noch!

Um 13 Uhr hieß es jedenfalls für vier Stunden „Ran an die Moppeds“. Auch wenn es bereits mein drittes Sicherheitstraining war, der Lerneffekt ist immer noch enorm – zumal ich es dieses Mal zum ersten Mal auch auf meinem eigenen Hobel absolvierte. Lenkimpulse geben stand auf dem Plan, ebenso wie die Vollbremsung aus 50 und 70 Stundenkilometern – spätestens seit heute will ich mein Motorrad-ABS nicht mehr missen! Herrlich und mit die beste Erfindung der Menschheit! Außerdem haben wir nur mit der Hinterradbremse gestoppt und ein, zwei Sekunden im Stillstand das Gleichgewicht gehalten. Auch war ein enger Slalom-Parcour angesagt, der nur mit Minimalgas (10 bis 20 Km/h) zu durchfahren war. Aber, neben der Vollbremsung, war das Kreisfahren am schönsten: Mopped in Schräglage bringen und einen engen Kurvenradius fahren. Dabei habe ich meinen Reifen auch endlich fast bis zum letzten Zentimeter „eingeweiht“ (s. Foto). Knapp 20 Millimeter fehlen noch, aber die schaffe ich auch noch!

Doch nun zolle ich dem Tag Tribut: Ich bin tierisch müde, eine Dusche war nach dem Training unumgänglich und ein klein wenig merke ich die Anstrengungen auch in den Oberarmen. Obwohl der Bock vermeintlich nur rollt, die richtigen Kommandos gehen dann doch an die psychische und physische Substanz.

Dafür weiß ich aber jetzt, was ich mit meinem Mopped alles anstellen kann, wie ich in Gefahrensituationen reagieren muß und daß „Effi“ und ich ein peerfektes Gespann sind. Wir harmonieren ohne Probleme, es brauchte keine Eingewöhnungszeit – so soll das. Insofern kann ich nur jedem Motorradfahrer ein solches Training empfehlen, um ein Gespür für die eigene Maschine zu kriegen. Im entscheidenden Moment kann es Leben retten!

Und für die Zwischenzeit gilt: Immer eine Hand breit Asphalt unter’m Reifen und die linke Hand zum Gruß!
Motorradfahren macht einfach nur Spaß!

Das muß ich jetzt ganz kurz loswerden: Was für ein Spiel! Werder gewinnt 4:2 in Wolfsburg, nachdem die Mannschaft noch zur Pause 1:2 hinten lag. Aber das Beste: Wir stehen jetzt endlich auf Tabellenplatz drei. Das heißt Champions-League-Qualifikation. Mühsam ernährt sich das grün-weiße Werderhörnchen. Runterstoßen können uns nur noch die Dortmunder, die werden aber morgen gegen Hoffenheim untergehen.

Hier am Newsdesk freuen wir drei Werder-Fans uns jedenfalls unbändig beim Blick auf die Tabelle. Und damit Ihr das auch alle könnt, habe ich Euch einen Screenshot gemacht:

Da ist doch eine Verschwörung gegen mich im Gange! Vor fast genau einem Jahr prellt mich die isländische Kaupthing-Bank um mein Erspartes und läßt mich um die Finanzierung meines Motorrads bangen. Und jetzt? Nun schickt der Vulkan Eyjafjallajökull eine Aschewolke gen Süden und wirkt sich auch auf Lübeck aus – Ryanair-Maschinen können den ohnehin schon kränkelnden Flughafen nicht mehr ansteuern. Das ist doch kein Zufall! Das ist eine Aktion, die sich gegen mich als Flughafenbefürworter richtet!

Was habe ich den Isländern nur getan, daß sie mich so sehr ablehnen? Bis Ende 2008 die Finanzkrise das karge Eiland und somit auch mein Geld erwischte, hatte ich mir nicht mal eine Meinung über Island gebildet! Und während der Krise habe ich geschworen, mich partout gar nicht erst für dieses Land zu interessieren! Insofern müssen die nicht mal befürchten, ich würde sie je besuchen kommen. Sollen die doch weiter ihre Fische fangen und mich in Ruhe lassen. Ich versteh das nicht.

Oder steckt gar jemand ganz anderes dahinter – der Mossad, die CIA, der MI:6, der Gärtner? Vielleicht sollte ich besser für eine Weile untertauchen. Ich werde über Twitter Lebenszeichen absenden. Sollten die ausbleiben: Bitte druckt Suchfotos von mir auf Milchtüten und macht Rundfunkdurchsagen bei NDR 2. Ich weiß, ich kann auf Euch bauen.

Und Sorry wegen der Flugbeeinträchtigungen. Wer kann denn ahnen, daß Island so sehr gegen mich ist!?

In der Twitterwelt hat sich schon eine Art kleine Fangemeinde um meine Weltzerstörungsversuche mit dem molekularen Supertodeslaser gebildet. Immer montags versuche ich es. Hier gibt es noch einmal die bisherige Chronologie zum Nachlesen:

1. Versuch
Mist, jetzt habe ich die Fernbedienung des molekularen Supertodeslasers in der Firma liegen lassen. Muß das Ende der Welt bis morgen warten.
Ess ich stattdessen eben was…
Montag, 15. Februar

2. Versuch
So, Ihr erinnert Euch noch an meinen molekularen Supertodeslaser? Dieses Mal habe ich die Fernbedienung nicht vergessen. War nett mit Euch!
*klick* Was zum…..? *klick* Och nee!!! Jetzt sind die dämlichen Batterien alle!! Aber nächste Woche!! Ich versprech es Euch!! Verdammt!!
Montag, 22. Februar

3. Versuch
Es ist wieder Montag und somit Zeit für den molekularen Supertodeslaser! Wo ist die Fernbedienung? Heute ist definitiv das Ende aller Tage!
*klick* „Failed to connect to uplink – please update software“ *klick* „Your update-license is not valid, please renew via credit card“
Argh!!! Jetzt darf ich mir auch noch eine Kreditkarte zulegen! Ich schaff’s noch! Ihr werdet schon sehen!! Wo gibt’s die besten Konditionen?
Montag, 1. März

4. Versuch
Der molekulare Supertodeslaser ist endlich feuerbereit. *zumm* Mist, zu schwach, jetzt hab ich nur Dieter Bohlen noch dunkler gebräunt…
Montag, 8. März

5. Versuch
Verflucht, ein Vogel nistet auf der Linse meines molekularen Supertodeslasers. Kusch, kusch, runter da! Die Menschheit hat verdammtes Glück!
Montag, 15. März

6. Versuch
Zeit für den molekularen Supertodeslas… *klingel* „N’Abend, der Tüv. Haben Sie eine ABE dafür?“ – „Was?!“ – „ABE!“ – „Ähm, ach verdammt!“
Montag, 22. März

7. Versuch
Hab bei Ikea die Zieloptik „Kåwumm“ für meinen molekularen Supertodeslaser gekauft. So, noch die letzte Schraube… dann… NEIN, die fehlt!
Montag, 29. März

8. Versuch
Toller Osterscherz! Wer hat meinen molekularen Supertodeslaser zwischen Sadams Massenvernichtungswaffen versteckt? Da findet ihn doch keiner
Dienstag,  6. April

9. Versuch
Alles bereit für den molekularen Supertodeslaser! *Power shutdown* „Ich habe kurz mal den Stecker gezogen – muß staubsaugen.“ Doofe Putze…
Montag, 12. April

10. Versuch
Post von der Vereinten Superschurkenliga? *ritsch* „Wegen der Aschewolke ist der Abschuß des molekularen Supdertodeslasers untersagt.“ Mann!
Montag, 19. April

11. Versuch
Mein molekularer Supertodeslaser wird jetzt ein Loch in den Griechen-Haushalt brennen und so die EU vernichten. Schon selbst erledigt? Argh!
Montag, 26. April

12. Versuch
Fliegt, meine Maikäfer-Peilsender! An Euch justiere ich den molekularen Supertodeslaser! *patsch* Hmpf, der 40-Tonner mußte ja jetzt kommen!
Montag, 3. Mai

13. Versuch
Haha! Morgen geht’s Euch mit meinem molekularen Supertodeslaser an den Kragen! Wie, Uhr ist stehengeblieben? Heute ist Montag? Ach verdammt!
Montag, 10. Mai

14. Versuch
Der erste Testlauf war erfolgreich, mein mobiles molekulares Supertodessyndesmoseband hat ganze Arbeit geleistet. Jetzt kann die WM kommen.
Montag, 17. Mai

15. Versuch
Und Feuer! *brrzzzll* VERFLUCHT!! Wer hat den molekularen Supertodeslaser heimlich umgedreht? Jetzt hat er das Sofa abgefackelt!! AH, FEUER!
Montag, 24. Mai

16. Versuch
Molekularen Supertodeslaser starten! *popup* „To start please press any key?“ Wo ist der denn? Ich seh hier nur Strg, Alt, Esc, Num,…
Montag, 31. Mai

17. Versuch
Jetzt noch das Hallendach vom molekularen Supertodeslaser aufdrehen, dann… Oah! *rüttel* Festgerostet nach dem ganzen Regen! NEEEIIINNN!!!
Montag, 7. Juni

18. Versuch
Miese Fußball-WM! Wegen des Italien-Gekickes habe ich zwischen Popcorn und Wettverlusten den molekularen Supertodeslaser vergessen! Argh!
Montag, 14. Juni

19. Versuch
Habe mir jetzt einen Vuvuzela-Aufsatz für meinen molekularen Supertodeslaser gekauft. Schuß! *brrzzzz…..* *Stille* Dämlicher Soundfilter!!
Montag, 21. Juni

20. Versuch
Blöde Pazifisten! Hippies haben Gänseblümchen in den molekularen Supertodeslaser gesteckt. Jetzt sind die sensiblen Spiegel voller Pollen!!
Montag, 28. Juni

21. Versuch
Mein molekularer Supertodeslaser ist mit 1,21 Gigawatt in Peking eingeschlagen. CCTV meldet: „Sack Reis umgefallen.“ Frustrierend sowas!!!
Montag, 5. Juli

Kommenden Montag geht’s hier weiter.

Das Leben kann wirklich grausame Momente bereithalten – zum Beispiel jetzt gerade. Eigentlich müßte ich meine Steuererklärung machen, damit Schäuble zumindest etwas weniger Schulden aufnehmen kann. Ich bin schließlich ein vorbildlicher deutscher Staatsbürger.

Aber die Arbeit wird mir nicht gerade versüßt: Draußen strahlt die Sonne, das Wetter lädt zum Grillen ein. Ganz zu schweigen, daß auch noch Ostern ist, wo man bummeln kann, Eis essen oder ein kühles Weizen in der Frühlingssonne zischen. Sogar meinen Kater „Bolle“ zieht es in den Garten, damit er mit der Nachbarmieze rumtollen kann.

Und ich? Ich sitze hier am Schreibtisch, vor mir der Laptop und um mich rum Quittungen, Honorarbescheinigungen, Kulis, Textmarker, Steuerprogramme. Ach ja, und der blöde Prittstift, an dem ich ständig kleben bleibe…

Aber meine passionierte Art als Internet-Junkie läßt mich für einen Moment vom idealen Steuerzahler abrücken und zum Revoluzzer werden: Ich blogge mich einfach in eine bessere Welt voller Sonne, Milch und Honig – plus Eis und Weizenbier 😉

Frohe Ostern!